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Presse

Bericht zur LDK zum Fachbereich Kultur

23.05.03

Die Kulturpolitik des Landes steht auf zwei SĂ€ulen: zum einen steht die Wahrung der bisherigen Schwerpunkte im Mittelpunkt der politischen BemĂŒhungen und dabei insbesondere die ZugĂ€nge zur Kultur fĂŒr Kinder und Jugendliche zu verbreitern; zum anderen ist mit der RuhrTriennale der Versuch gestartet, die „Kulturmetropole Ruhrstadt“ neu und attraktiv, auch international noch wahrnehmbarer, heraus zu stellen.

Wir haben in den beiden ersten Jahren die ZuschussansĂ€tze fĂŒr das Kinder- und Jugendtheater erhöht, den Projektmittelzuschuss fĂŒr die Soziokultur verdoppelt und beide AnsĂ€tze auch fĂŒr 2003 bisher gehalten. Unter dem Stichwort „Dialog der Kulturen“ beschlossen wir eine Förderung von Pilotprojekten zur Interkulturellen Kulturarbeit mit MigrantInnen, die in diesem FrĂŒhjahr erstmals ausgeschrieben wurde. Aus den 93 AntrĂ€gen, die sich unter dem ausgeschriebenen Titel „GrenzĂŒberschreitungen“ bewarben, wĂ€hlte ein hochkarĂ€tig besetzter Beirat bereits 15 Projekte im ganzen Land aus, die nun mit 240.000 EUR – und damit fast doppelt so hoch, wie ursprĂŒnglich geplant! – gefördert werden. Beworben hatten sich Vertreter aller kĂŒnstlerischen Sparten: Theater, Musik, Bildende Kunst, Performance, Tanz, multi-mediale Projekte/Neue Medien und außerdem wurden auch spartenĂŒbergreifende und kulturpĂ€dagogische Projekte vorgestellt.

Infolge der PISA-Diskussionen entwickelt die GRÜNE Landtagsfraktion ein Projekt zur weiteren Integration von Kulturarbeit in den Schulen des Landes: „Kultur macht schlau“ heißt das passende Motto und bearbeitet wird hier die Frage, wie ein stĂ€rkeres Gewicht auf die musisch-kulturelle Bildung als Grundlage aller Bildung in die Schulen unseres Landes integriert werden kann. Dem GRÜNEN Schwerpunkt, Kulturarbeit fĂŒr und mit Kindern und Jugendlichen zu gestalten wird auch auf diese Weise Rechnung getragen.

Außerdem stehen die kulturpolitischen BemĂŒhungen der grĂŒnen Fraktion immer im Bestreben, die Kulturförderung des Landes in seiner Breite zu wahren. Unter den derzeitigen Haushaltsbedingungen wird der Verteilungskampf allerdings immer deutlicher und deshalb mĂŒssen die kĂŒnftigen Anstrengungen sich auch auf grundsĂ€tzliche strukturelle Überlegungen in allen Kulturbereichen beziehen (siehe Text „Kultur in stĂŒrmischen Zeiten“).

Entscheidend fĂŒr uns GRÜNE bleibt, dass wir der in NRW stark etablierten Freien Szene in Zukunft gleichermaßen zur Seite stehen, wie wir auch fĂŒr Museen, Theater und Orchester eintreten. Die kulturelle Vielfalt, die Einbeziehung aller Menschen in das geistig-kulturelle Leben unseres Landes ist die Voraussetzung fĂŒr ein friedliches und gedeihliches Miteinander. Kulturpolitik ist Friedenspolitik. Dass wir in unserer Landtagsfraktion Anfang Februar 2003 die beiden Theatermacher Roberto Ciulli und Helmut SchĂ€fer vom MĂŒlheimer Theater an der Ruhr zu Gast hatten, um ĂŒber deren Irak-Gastspiel im Vorjahr und den seinerzeit noch bevorstehenden Irak-Krieg zu diskutieren, macht die Bandbreite deutlich, in der sich Kulturpolitik bewegen kann. Die Aufforderung Roberto Ciullis „Infizieren statt boykottieren“ im Bezug auf den Umgang (nicht nur) mit dem Irak, erscheint durchaus auch als ein Motto fĂŒr den Umgang mit der Kultur insgesamt (siehe Text „Infizieren statt boykottieren“).

Dabei sollten die Anstrengungen in den verschiedenen Bereichen der Kultur nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern fĂŒr uns GRÜNE gilt, was auch im GRÜNEN Grundsatzprogramm steht: „Kultur ist Lebenselixier“, sie bildet die Grundlage aller Kommunikation, ist ein entscheidender Standtortfaktor und bietet einer Gesellschaft den nachhaltigen RĂŒckhalt in einer komplizierter und unĂŒbersichtlicher werdenden Welt.

 

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