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Presse

Die Bedeutung des Kultursponsoring in NRW

03.02.06

Was bedeutet das private Kultursponsoring f√ľr die √∂ffentliche Hand in NRW?

Das private Kultursponsoring hat durchaus seine Bedeutung f√ľr die √∂ffentliche Hand in NRW. Es kommt sehr darauf an, dass alle, f√ľr die Kultur Lebenselixier ist, sich dazu bekennen und diese Bedeutung im Blick haben. Es gibt unz√§hlige private F√∂rdervereine und zahlreiche Unternehmen, die sich beispielhaft f√ľr die Kultur in NRW engagieren. Auch gibt es inzwischen sehr interessante so genannte ppp-Modelle, also ‚Äěpublic-private-partnership- Modelle‚Äú, wo Firmen und die √∂ffentliche Hand gemeinsam f√ľr Kunst und Kultur arbeiten. Wichtig ist, dass die √∂ffentliche Hand das private Kultursponsoring immer als ein ‚Äěsur plus‚Äú begreift, als zus√§tzliches Engagement, welches der √∂ffentlichen Aufgabe, Kunst und Kultur zu f√∂rdern, erg√§nzend zugute kommt. Aus meiner Sicht ist es klar, dass privates Kultursponsoring nicht als Ersatzfinanzierung verstanden werden kann. Die √∂ffentliche Hand ist und bleibt f√ľr die Kulturf√∂rderung unersetzlich und die staatliche Aufgabe, die Rahmenbedingungen f√ľr ein vielf√§ltiges, bezahlbares Kulturangebot in allen Formen, vom Opernhaus bis zur Soziokultur aus Steuermitteln zu gew√§hrleisten, ist eine der wichtigsten Investitionen in eine freie, demokratische, gerechte und friedliche Gesellschaft.

Wie wichtig ist das Engagement von Privat-Unternehmen in der Kulturförderung in NRW?

Das Engagement von Privat-Unternehmen in der Kulturf√∂rderung in NRW ist wichtig. Allerdings spielt es nicht die tragende Rolle, wie das beispielsweise in den USA der Fall ist. Und das ist aus meiner Sicht auch gut so. Keinesfalls darf die Kulturf√∂rderung durch Unternehmen dazu f√ľhren, dass - wie wir es aus anderen L√§ndern kennen - damit inhaltlich Einfluss auf die K√ľnste genommen w√ľrde. Die Kunst ist frei. K√ľnstlerInnen brauchen kreative Freir√§ume, Arbeitsm√∂glichkeiten und jede/jeder, der das aus freien St√ľcken sponsern und f√∂rdern will, ist willkommen. Aber es darf auf keinen Fall das altbekannte Motto gelten: ‚Äěwer bezahlt, bestimmt auch, was gespielt wird‚Äú; das w√§re das Ende der freien K√ľnste. Insofern das Engagement von Privat-Unternehmen die √∂ffentliche Kulturf√∂rderung erg√§nzt, ist es gut, ersetzen darf es sie nicht.

Wie sehen Sie persönlich die Zukunftsentwicklung dieses Zweiges?

Skeptisch macht es mich, wenn insbesondere KulturpolitikerInnen betonen, dass das Kultursponsoring in Zukunft immer wichtiger wird. Das darf immer nur so lange gelten, wie gleichzeitig gew√§hrleistet ist, dass auch die √∂ffentliche Hand ihre Investitionen in Kunst und Kultur stetig steigert und dem vielf√§ltigen Bedarf entsprechend anpasst. Es gibt heute mehr Kreative als vor drei√üig Jahren und die technischen Anforderungen steigen ebenso stetig wie die Anspr√ľche in unserer Gesellschaft. Immer mehr Menschen entdecken in ihrer zunehmenden Freizeit die Bedeutung von Kultur auch f√ľr ihr Leben, es gehen z.B. immer mehr Menschen in die Museen in NRW, auch die Theater freuen sich √ľber durchaus reges Interesse - und viele andere Kulturangebote, Festivals und besondere Kulturereignisse, wie die RuhrTriennale, sind gut besucht. In diesem Rahmen wird sich auch das Kultursponsoring mitentwickeln - eine tragende Rolle sehe ich daf√ľr allerdings nicht - solange die √∂ffentliche Hand Kunst und Kultur f√ľr alle f√∂rdert - aus dem Steueraufkommen aller, demokratisch legitimiert und in der notwendigen Breite, wie es sich eine Kulturnation (Deutschland, das Land der Dichter und Denker) nach meinem Verst√§ndnis leisten kann und muss. 

 

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