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Presse

Handke-Verzicht - Keymis: "Der Scherbenhaufen bleibt"

08.06.06

Zur Entscheidung Peter Handkes, den ihm zugesprochenen Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf nicht anzunehmen, erklärt Oliver Keymis MdL, kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Landtag NRW: „Die Entscheidung von Peter Handke ist folgerichtig und beendet den formalen Teil der Debatte. Der Scherbenhaufen bleibt.“

Das 'Düsseldorfer Stadtrecht' unter den Punkten 3 und 7 sei eindeutig: '3. Der Heine-Preis wird vom Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf aufgrund einer Entscheidung des Preisgerichts verliehen.' Und: '7. Das Preisgericht trifft seine Entscheidung unabhängig und endgültig. Das Verfahren ist nicht öffentlich, der Rechtsweg ausgeschlossen.'

Keymis: „Dass man über diese an Klarheit und Eindeutigkeit nicht zu übertreffenden Sätze ernsthaft eine juristische Debatte erwog, kann nur verwundern. So streitbar Peter Handkes Sprechen und Schreiben zum Balkan-Krieg sein mag, so klar ist auch: Der umstrittene, zensierte Exilant Heinrich Heine hätte unter solchen Umständen diesen Preis sicher auch nicht erhalten.

Die Diskussion darüber, was Dichter dichten und denken dürfen – Heine-Preisträger Wolf Biermann war ein eifriger Irak-Krieg-Befürworter, doch käme wohl niemand auf den Gedanken, ihm deshalb den Heine-Preis abzuerkennen –, wie politisch ein literarischer Preis und umgekehrt, wie literarisch ein politischer Preis sein soll und wer nun künftig noch als „Heinrich-Heine-Preis-würdig“ gelten kann, diese Diskussion hat gerade erst begonnen!“

 

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