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Presse

Ilija Trojanow mit EisTau bei "Literatur im Landtag"

21.11.12

‚ÄěEisTAU‚Äú im Landtag NRW, auf dem Bild vlnr.: Prof. Dr. Ing. Manfred Fischedick, Claudia Kleinert, Ilija Trojanow, Carina G√∂decke, Oliver Keymis, Michael Serrer.

Der Klimawandel stand im Fokus der dritten Ausgabe von ‚ÄěLiteratur im Landtag‚Äú. Ilija Trojanow trug in der vollbesetzten Landtagsbibliothek mehrere Passagen aus seinem Roman EisTau frei sprechend vor und unterstrich mit den ausgew√§hlten Ausz√ľgen, was Landtagspr√§sidentin Carina G√∂decke in ihrer Begr√ľ√üung festgestellt hatte.

Der Klimawandel sei nicht nur eine Umweltfrage, sondern eine allumfassende Bedrohung. Der Klimawandel m√ľsse sichtbar gemacht werden, um den Handlungsdruck zu erh√∂hen. Genau das sei die Absicht von EisTau.

EisTau ist ein Beispiel f√ľr den Irrsinn der Epoche - die Trag√∂die der Menschheit, zusammengefasst in der Geschichte eines Gletscherforschers, der nichts mehr zu vermessen und zu analysieren hat, weil der Gletscher geschmolzen, also abgestorben ist.

Michael Serrer, Leiter des Literaturb√ľros NRW, f√ľhrte durch das sich anschlie√üende Gespr√§ch mit der ARD-Wettermoderatorin Claudia Kleinert und Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepr√§sident des Wuppertal-Instituts f√ľr Klima, Umwelt, Energie, in dem das Thema fachlich vertieft wurde.

Das Wetter habe sich in der Tat verändert, unter den letzten 15 Jahren seien 13 gewesen, die zu den wärmsten der letzten Jahrzehnte zählten. Die Extreme nähmen zu; "EisTau" sei keine Fiktion mehr, so Claudia Kleinert.

Auch Prof. Manfred Fischedick konstatierte eine wissenschaftlich festgestellte Zunahme von Wetterextremen. Diese tr√§fen vor allem Menschen aus √§rmeren L√§ndern im S√ľden der Erde und damit die Menschen, die am wenigsten f√ľr die Erderw√§rmung verantwortlich seien. Der Ausbau erneuerbarer Energien und vor allem auch die Steigerung der Energieeffizienz seien die beiden wesentlichen Handlungsstrategien gegen den Klimawandel. Dabei m√ľssten die europ√§ische mit den nationalen und regionalen Handlungsebenen verkn√ľpft werden. NRW sei wichtig, weil hier ein Drittel der Energie in Deutschland produziert w√ľrde. Die Notwendigkeit, die Erderw√§rmung und damit den Klimawandel zu begrenzen, bedeute die vielleicht gr√∂√üte gesellschaftliche Herausforderung im 21. Jahrhundert.

Ilija Trojanow zog ein ausgesprochen pessimistisches Fazit, indem er auf Forderungen, die in wenig bekannten Expertisen st√ľnden, verwies, die Zahl der Menschen radikal zu reduzieren, um den Klimawandel beherrschen zu k√∂nnen. Klar ausgesprochen, bedeute das Massenmord. Wir lebten in einer von Wachstumswahn und uners√§ttlicher Gier durchdrungenen kranken Gesellschaft. Wenn dies nicht √ľberwunden werde, sei es bald zu sp√§t.

 

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