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Presse

Stärkung der nordrhein-westfälischen Theaterlandschaft

16.12.08

Entschließungsantrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
zum Antrag "Stärkung der nordrhein-westfälischen Theaterlandschaft" (Drucksache 14/8088)

Theater fördern, die es schwer haben!

Statt "Förderauszeichnungen" für besondere NRW-Theater sollten befristete strukturelle Hilfsmaßnahmen als "Sonderförderungen" beschlossen werden.

I. Der Landtag stellt fest:

Die Theaterlandschaft in Nordrhein-Westfalen ist vielfältig und von besonderer Qualität. Sie zeichnet sich durch eine hohe Dichte an kommunalen und freien Theatern sowie durch die vier Landesbühnen aus.

Immer wieder werden Theaterarbeiten der NRW-Bühnen auch deutschlandweit (Berliner Theatertreffen), im europäischen Raum (Gastspielaufführungen im Rahmen des NRW-Frankreich-Kulturaustauschs 2008/2009) und sogar in Übersee (New York-Gastspiel der RuhrTriennale-Produktion "Die Soldaten") als herausragend wahrgenommen.

Eine sinnvolle Kulturpolitik sollte die Förderung der kulturellen Bildung und der Breitenkultur immer auch mit dem Bewusstsein in den Mittelpunkt stellen, dass aus der Breite die Spitze entsteht.

In jedem Theater in NRW besteht damit die Möglichkeit, dass hier qualitativ besonders hochwertige Arbeiten entstehen, wenn diese Arbeit finanziell und ideell nachhaltig gestützt und gefördert wird. Hier ist neben den Kommunen, die Träger der Theater sind, auch eine verantwortungsvolle Landes-Theaterkulturpolitik gefordert. Ziel einer solchen Landeskulturpolitik für die Theater in NRW sollte es sein, auch durch finanzielle Mittel diese Arbeit zu
stützen und zu verstetigen.

Theater sind Orte, an denen durch die Künstlerinnen und Künstler, aber auch mithilfe all der anderen wichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Kultureinrichtungen, gesellschaftliche Prozesse in besonderer Weise gespiegelt, fokussiert und reflektiert werden können. Somit sind auch die Theater aufgefordert, am stetigen gesellschaftlichen Veränderungsprozess
mit den ihnen zur Verfügung stehenden künstlerischen Mitteln teilzunehmen. Die vielfältige Theaterlandschaft in Nordrhein-Westfalen bietet für diese gesellschaftspolitischen Anforderungen beste Voraussetzungen.

Damit dies so bleibt, sollte eine vorausschauende Landeskulturpolitik vor allem eine strukturell sinnvolle Förderpolitik für die Theaterlandschaft NRW mit gestalten.

II. Der Landtag beschließt:

Vor dem dargelegten Hintergrund sollen ab dem Jahr 2009 durch eine Experten-Jury bis zu drei Theater benannt werden, die eine Sonderförderung erhalten. Von dieser Sonderförderung in Höhe von jeweils 300.000,- EURO pro Theater und Jahr sollen insbesondere die Theater profitieren, deren Arbeit durch die finanzielle Schieflage der sie tragenden Kommunen nachhaltig und damit strukturell gefährdet ist.

Diese Förderung soll für drei Jahre gelten, damit den Theatern und den sie tragenden Kommunen Zeit und Gelegenheit gegeben ist, die gesellschaftspolitisch wichtige Theaterarbeit fortzusetzen und sich gegebenenfalls durch strukturelle und qualitative Verbesserungen nachhaltig auf die Zukunft einstellen zu können. Voraussetzung für diese landesseitige Sonderförderung ist, dass die kommunale Finanzierung der Theater erhalten bleibt.

Die Finanzierung der Sonderförderung erfolgt aus dem Kulturförderetat durch Umschichtung, wobei die für den Einzelplan 02 vorgesehene mittelfristige Finanzplanung einzuhalten ist. Diese Umschichtung erfolgt nicht zu Lasten der bereits bestehenden Theaterförderung. Die Landesregierung ist aufgefordert, im Rahmen der laufenden Haushaltsberatungen die für die Sonderförderung erforderlichen haushalterischen Veränderungen in das Verfahren einzubringen.

Sylvia Löhrmann
Johannes Remmel
Oliver Keymis
und Fraktion

 

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