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Presse

Pressemitteilung "Ein Herz fĂĽr Schaben"

16.01.04

„Ein Herz für Schaben –
oder
warum Rundfunkgebühren maßvoll erhöht werden müssen!"


„Renate Künast hat Recht. Der Tierschutz gebietet einen pfleglichen Umgang mit allen Geschöpfen und was uns derzeit auf dem Privatkanal RTL unter dem Titel „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ geboten wird, ist auch unter Tierschutzaspekten fragwürdig.

Neben der Forderung „ein Herz für Schaben“ zu zeigen, stellt sich aber durchaus auch die Frage, ob die Quotenhatz denn soweit gehen muss, dass sogenannte „Stars“ der TV-Szene unter Ausblendung des eigenen Verstandes (?) sich zu jeder Zumutung hinreißen lassen müssen, die ihnen findige „Formatentwickler“ als quotenträchtig unter die Nase reiben.

Während das Privat-TV als Höhepunkt gerade seinen 20. Geburtstag im dualen System feierte, erreicht es mit solchen Sendeformaten leider seinen bisherigen Tiefstpunkt.

Schade, dass sich die von vielen unterstellte Verdummungs-These so eindrucksvoll gerade dort bestätigt, wo sie immer wieder bestritten wird – bei einem Privatsender.

Gut sichtbar wird allerdings fĂĽr alle Mitmenschen und gerade auch fĂĽr die

16 Ministerpräsidenten in Deutschland, die demnächst über die Anpassung der Rundfunkgebühren zu diskutieren haben, bevor sie den Landesparlamenten einen Staatsvertrag zur Abstimmung vorlegen, dass die im soeben veröffentlichten KEF-Bericht (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks) geäußerte deutliche Kritik an den gebührenfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mindestens genauso berechtigt ist, wie der ebenso gut begründete Vorschlag dieser Kommission, die Rundfunkgebühren nicht um die von ARD und ZDF geforderte Summe von 2,01 EURO, aber dennoch maßvoll um 1,09 EURO ab 2005 anzuheben. Bündnis 90/ DIE GRÜNEN in Land und Bund halten dies für vertretbar.

Qualität und Vielfalt, journalistische Sorgfalt, Bildung und Kultur, Wissenschaft und politische Information, Unterhaltung und Sport; eben eine umfassende Rundfunk-Grundversorgung – großenteils werbefrei und inklusive einer programmbegleitenden Online-Präsenz – all das hat seinen Preis: künftig 17,24 EURO im Monat. Und das bedeutet: für ca. 57 Euro-Cent pro Tag bleiben uns als Rundfunkgebühren-zahlerInnen auch künftig wenigstens auf einigen Kanälen solche fragwürdigen TV-Zumutungen weiterhin erspart und den „selbstverantwortlichen Stars“ und den wehrlosen Tieren hoffentlich auch!“

Von: Oliver Keymis

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