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Presse

Keymis: Blömer und Co. geben CDU-Kulturpolitik in NRW der Lächerlichkeit preis! – Blamagen hoch drei!

16.07.04

Prolog: „Marie Woyzeck: Was sagst du? Woyzeck: Nix. (Schweigen.)“

Zum Streit um einen neuen Kulturdezernenten in Köln erklärt Oliver Keymis MdL, kulturpolitischer Sprecher: "Mit Verwunderung und großer Sorge nehmen wir die kulturpolitischen Verrenkungen der CDU in NRW zur Kenntnis. Die 'neue' Kulturpolitik der CDU sieht leider sehr alt aus. Drei kultur­politische Tiefschläge in nur 14 Tagen – eine erschreckende Bilanz:

Zuerst kündigt der CDU-Oberbürgermeister von Recklinghausen im Verein mit dem DGB dem Theater­direktor Frank Castorf fristlos mit großem Knall und tiefem Fall. Die Ruhrfestspiele und die CDU  werden zum Gespött der Presse und das Ruhrgebiet, mit der soeben gekürten Kulturhauptstadt-Bewerberin Essen, wird Ruhr-Kultur-Provinzgebiet. Der schnöde Rausschmiss von Castorf ist fast beispiellos.

Wäre da nicht Köln: Vor gut einem Jahr riss man der Theaterdirektorin Barbara Mundel den bereits unterschriebenen Vertrag wieder aus der Hand. Anschließend bewarb sich Köln als europäische Kultur­hauptstadt: vergebens. Und kaum ist die erste Enttäuschung verraucht, qualmt es dort schon wieder: Prof. Christoph Nix, Kasseler Staatstheaterintendant und studierter Jurist wird zum neuen Kölner Kulturdezernenten von Schwarz-Grün berufen und kaum ist er benannt, entzieht ihm die Kölner CDU in Person des kölschen Kultursprechers Richard Blömer das gerade erst versprochene Vertrauen und macht den Mann arbeitslos. Blömer tritt als Kultursprecher zurück – nur in Köln – noch nicht im Landtag.

Aber aller schlechten Dinge sind drei: Die Filmstiftung NRW hat sich entschieden, ein Filmprojekt Rosa von Praunheims mit 20.000,- EURO zu fördern. Thema des Films ist ein kannibalistischer Kriminalfall aus jüngster Zeit. Die filmisch-intellektuelle Auseinandersetzung mit der Frage, wie Gewalt und Obsession entstehen – oder um es mit Georg Büchner zu sagen, „was es ist, was in uns mordet und stiehlt“, erschien der Filmstiftungs-Jury förderungswürdig. Die CDU empört sich moralisch vorab und ohne Sachkenntnis. Wenn es nach solcher Denkart ginge, hätte Georg Büchner seinen Woyzeck nie schreiben dürfen. Immerhin fußt sein dramatisches Fragment auf den Prozessakten über einen blutigen Mordfall am 2. Juni 1821.

 

 

Von: Oliver Keymis

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